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The Great Reset

Der große Neuanfang des Kapitalismus

Die im Januar 2021 auf dem Weltwirtschaftsforum offizielle gestartete »Initiative des sogenannten "Great Reset" stützt sich auf die Vision und das enorme Fachwissen der in den Gemeinschaften des Forums engagierten Führungspersönlichkeiten und hat eine Reihe von Dimensionen, um einen neuen Gesellschaftsvertrag zu schaffen, der die Würde jedes Menschen achtet.«

Klaus Schwab, der Gründer und geschäftsführende Vorsitzende des Weltwirtschaftsforums, charakterisiert die Initiative folgendermaßen:

»COVID-19 hat unseren Übergang in das Zeitalter der Vierten Industriellen Revolution beschleunigt. Wir müssen sicherstellen, dass die neuen Technologien in der digitalen, biologischen und physischen Welt weiterhin den Menschen in den Mittelpunkt stellen und der Gesellschaft als Ganzes dienen, indem sie allen einen fairen Zugang ermöglichen … Diese globale Pandemie hat auch wieder gezeigt, wie sehr wir miteinander vernetzt sind. Wir müssen ein funktionierendes System intelligenter globaler Zusammenarbeit wiederherstellen, das strukturiert ist, um die Herausforderungen der nächsten 50 Jahre zu bewältigen. Der "Great Reset" wird von uns verlangen, alle Stakeholder der globalen Gesellschaft in eine Gemeinschaft mit gemeinsamen Interessen, Zielen und Handlungen zu integrieren … Wir brauchen ein Umdenken, den Übergang vom kurzfristigen zum langfristigen Denken, den Übergang vom Aktionärskapitalismus zur Verantwortung der Stakeholder. Ökologische, soziale und Good Governance müssen ein angemessener Teil der Rechenschaftspflicht von Unternehmen und Regierungen darstellen.«

Gegen die schöne Vorstellung dieser Initiative lässt sich folgendes einwenden:

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Zur Ökonomie der Corona-Pandemie

Was geschieht, wenn eine reale Wirtschaftskrise auf eine fiktive Wirtschaftskrise trifft?

Reale Wirtschaftskrisen, in denen eine Naturkatastrophe einen Großteil der Produktionsmittel vernichtet und darüber den Menschen die Lebensgrundlage entzieht, hat es seit der industriellen Revolution nur noch am Rande der industrialisierten Welt gegeben. Und selbst in den sogenannten »Entwicklungsländern« oder »Failed States« sind Hungersnöte und extreme Verarmung seit Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr die notwendige Folge von Naturkatastrophen. Die technischen Mittel, die erforderlich sind, um den Folgen von Naturkatastrophen entgegenzuwirken, sind weltweit vorhanden. Wenn sie in einigen Teilen der industrialisierten Welt nicht zur Anwendung kommen, ist der Grund nicht, dass es diese Mittel nicht gibt, sondern dass in der kapitalistischen Konkurrenz der Nationalstaaten die Verlierer dieser Konkurrenz nicht über ausreichende Mittel verfügen.

Fiktive Wirtschaftskrisen, in denen alle Produktionsmittel unverändert vorhanden sind und dennoch den Menschen die ökonomische Lebensgrundlage entzogen wird, hat es auf der Grundlage der kapitalistischen Wirtschaftsordnung immer wieder gegeben – beispielsweise die Weltwirtschaftskrise (1929), die sogenannten Ölpreiskrisen (1970/79), die Schuldenkrisen in Lateinamerika (1982), Japan (1990) und Asien (1997) sowie die New Economy Krise (2001) und die globale Finanzkrise (2008). Obwohl sich die materiellen Produktionsbedingungen anders als infolge einer Naturkatastrophe nicht verändert hatten, obwohl Rohstoffe, Maschinen und Arbeitskräfte weiterhin zur Verfügung standen, wurden in diesen Wirtschaftskrisen funktionsfähige Produktionsstätten und Maschinen stillgelegt, verloren große Teile der Bevölkerung ihre Arbeit und wurden darüber außer Lohn und Brot gesetzt.

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